Mobilfunkgegner in Altstadt wurden über Risiken informiert

Grüne lehnen Autobahnanschluss für Altstadt ab

Ein Autobahnanschluss für Altstadt, ein weiteres Neubaugebiet im "Ehrmannswäldchen" in Kirkel-Neuhäusel, der Landschaftsplan für alle drei Ortsteile der Gemeinde - ganz aktuelle Umweltthemen standen im Blickpunkt, als sich die Kirkeler Grünen letztmalig vor der Kommunalwahl trafen. Dass derlei Probleme auf den Tisch kamen, lag vornehmlich an einer Formulierung im Flächennutzungsplan, der für die Gemeinde Kirkel derzeit aufgestellt wird. "In allen bisherigen Beratungen und Beschlussfassungen in den letzten Jahren wurde komplett übersehen, dass das beauftragte Planungsbüro allen Ernstes einen eigenen Autobahnanschluss für Altstadt vorsieht. Ein solches Projekt, das zudem in einem bestehenden Landschaftsschutzgebiet realisiert werden soll, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Der entsprechende Passus muss so schnell wie möglich aus dem Flächennutzungsplan gestrichen werden", forderte Martin Baus, der Sprecher der "Grünen"-Fraktion im Gemeinderat.

Die Anbindung von Altstadt an die Autobahn Mannheim-Saarbrücken werde von den Planern speziell vorgeschlagen, um das künftige Gewerbegebiet am Zunderbaum zu erschließen. Das derzeit noch als Militärdepot genutzte Areal befindet sich zu 80 Prozent auf Altstadter Gemarkung. "Zur Zeit wird das Gelände über das Gebiet der Stadt Homburg erschlossen. Aufgrund der Gräßenordnung der Fläche ist ggf. ein Autobahnanschluss über Kirkeler Gemeindegebiet als zweiter äußerer Anschlusspunkt vorzusehen", zitierte Baus die Vorschläge des Planungsbüros aus Illingen. "Das würde bedeuten, dass auch die letzten Reste des Altstadter Waldes, die unter Landschaftsschutz stehen, zerstört werden", meinte der Fraktionsprecher weiter. Sollte der "Zunderbaum" als Gewerbegebiet tatsächlich Realität werden, dann gebe es überhaupt keine Gründe, die gegen eine weitere Erschließung über Homburger Terrain sprechen - die entsprechende Infrastruktur sei schließlich schon weitgehend vorhanden.

Äußerst kritisch bewerten die Grünen die Ausweisung eines weiteren großen Neubaugebietes im "Ehrmannswäldchen" in Kirkel-Neuhäusel. "Damit verbunden sind massive Eingriffe in Natur und Landschaft, wie allein schon die ökologische Ausgleichsbilanz zeigt. Die Zerstörung der hochwertigen Streuobstbestände kostet umgerechnet über 360.000 Euro, eine Summe, für die die Gemeinde und die Grundstücksbesitzer aufkommen müssen. Der ökologische Schaden, der dadurch entsteht, ist aber auch mit so viel Geld nicht wieder gut zu machen", kommentierte Vorsitzender Axel Leibrock und meinte weiter: "Mir blutet das Herz, wenn ich daran denke, welch großartiges Stück Landschaft hier zerstört werden soll". Angesichts absehbar sinkender Bevölkerungszahlen in Zukunft sei zu hoffen, dass die Landesplanung dem Kirkeler Projekt auch wegen dessen Umweltunverträglichkeit einen Riegel vorschiebe. Dass es viel wichtiger sei, in den alten Ortskernen etwas zu tun, werde aus dem Entwurf des Kirkeler Landschaftsplanes deutlich. "Dieses Konzept ist eine hervorragende Grundlage für die künftige Entwicklung unserer Gemeinde. Punkt für Punkt kann hier daran gearbeitet werden, die älteren Siedlungsteile wieder instandzusetzen und auch für Wohnzwecke wieder attraktiv machen", betonte Leibrock. Im ersten Schritt sei der Erlass von Ortsgestaltungssatzungen erforderlich. "Den entsprechenden Antrag werden wir gleich nach den Wahlen im Gemeinderat einbringen", kündigte Axel Leibrock an.

Kirkel, 28. Mai 2004