Mobilfunkgegner in Altstadt wurden über Risiken informiert

Hilde Bitterauf, die Initiatiorin der Protestes in Altstadt, mit Siegfried Zwerenz, dem Vorstandssprecher der "Bürgerwelle".

 

"Es ist beileibe nicht so, dass es keine Möglichkeiten gibt, Mobilfunkstationen zu verhindern, im Gegenteil. Durch den Widerstand von Bürgerinitiativen sind in Deutschland schon mehrere tausend Anlagen verhindert worden oder mussten wieder abgebaut werden". Welche Mittel und Wege es gebe, gegen die Errichtung von derlei Sendern anzugehen, auch darüber informierte Siegfried Zwerenz. Der Vorstandssprecher der "Bürgerwelle", des Dachverbandes von mehr als 1500 Bürgerinitiativen in ganz Deutschland, war dazu eigens aus Tirschenreuth in der Oberpfalz nach Altstadt gekommen. Der Kirkeler Ortsverband der Grünen und Privatpersonen hatten zu dem Informationsabend unter den Thema "Mobilfunk und Gesundheitsrisiken" eingeladen. Dass das Thema brisant ist, zeigte die Resonanz: Der Saal der Gaststätte Dorle Klein war bis auf den letzten Platz gefüllt. Und nicht nur Altstadter Bürger, die sich wegen des am Südhang des Galgenbergs geplanten Sendemastes des Unternehmens "Vodafone" Sorgen machen, waren gekommen. Hilde Bitterauf, Initiatorin des Protestes in Altstadt, freute sich über die Vertreter von Bürgerinitiativen aus Jägersburg, Bruchhof und St. Ingbert".

Die zentrale Rolle spiele zweifelsohne der Eigentümer des Grundstücks, auf dem der jeweilige Mobilfunkbetreiber seine Anlage errichten will. "Fast jeder Miet- und Pachtvertrag kann aufgelöst werden", betonte Zwerenz. Ein weiteres Instrument sei der Erlass einer "Ortsgestaltungssatzung" durch den Gemeinderat. Darin könne klipp und klar festgeschrieben werden, dass auch in Mischgebieten, in denen derartige Anlagen üblicherweise zulässig seien, aus Gründen der Ortsbildgestaltung nicht mehr gebaut werden dürfen. "Eine weitere Variante besteht darin, dass die Gemeinde eine Art Positiv-Planung aufstellt. Sie weist etwa in ihrer Flächennutzungsplanung spezielle Areale aus, auf denen die Installation möglich ist. Aber sie ist dann nur noch dort zulässig", skizzierte er.

Dass in Altstadt gegenwärtig "eine relativ geringe Mobilfunkbelastung herrscht", demonstrierte Siegfried Zwerenz mit einem speziellen Messgerät, das die Strahlung ermittelt und akustisch hörbar macht. "Aber schon wer ein schnurloses DECT-Telefon mit zugehöriger Basisstation in seinem Haushalt benutzt, setzt sich einem Vielfachen der Belastung aus", führte er mit einem solchen Fernsprecher vor. Zwar habe der Gesetzgeber Grenzwerte erlassen, diese beträfen aber allein die "Wärmewirkungen" von Mobilfunkanlagen: "Die sind aber nicht das Problem. Gesundheitsgefahren bestehen vielmehr durch die so genannten athermischen Wirkungen, und die werden durch die Grenzwerte nicht geregelt". Einflüsse auf den Schlaf-Wach-Rhythmus, auf Nerven- und Immunsystem, auf die Gehirnaktivität und die Zellkommunkation seien in den meisten der wissenschaftlichen Studien inzwischen nachgewiesen. "Und Sie als mündige Bürger haben ein Anrecht darauf, zu erfahren, welchen Wirkungen sie sich selbst aussetzen und welchen sie ausgesetzt werden. Ein Handy kann man ausschalten oder wegwerfen. Die Funkbelastung der Mobilfunkanlagen wird uns aber aufgezwungen. Wir werden einfach zu unfreiwilligen Objekten eines Massenexperimentes gemacht, vor dem sogar die Technik-Kommission des Europäischen Parlamentes ausdrücklich warnt". Bezeichnend sei, dass sämtlichen Mobilfunk-Unternehmen inzwischen der Versicherungsschutz entzogen worden sei. Keine Versicherung sei mehr bereit, die von Mobilfunk ausgehenden Risiken und Gefahren zu tragen.

Horst Körner, der Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Mobilfunkmast in Altstadt 2006 errichtet werden soll, betonte, dass er von dem Vertrag zurücktreten werde, wenn wirklich Gesundheitsschäden zu befürchten seien. Er ließ sich von Siegfried Zwerenz Adressen von Landwirten gebe, auf deren Höfen es nach der Errichtung von Sendeanlagen beispielsweise zu häufigen Fehlgeburten und Missbildungen bei Rindern gekommen war. Die Altstadter Mobilfunkgegner wollen sich nun in einer Bürgerinitiative organisieren. Treffpunkt dazu ist am Dienstag, 8. Juni, 19 Uhr, wiederum die Gaststätte Dorle Klein in der Ortsstraße.

 


 

Bundesvorsitzender der Bügerinitiativen gegen Mobilfunk kommt nach Altstadt

Info-Abend mit Siegfried Zwerenz auf Einladung von Altstadter Bürgern und der Grünen Kirkel

"Gesundheitsrisiko Mobilfunk" lautet das Thema des Informationsabends, der am Dienstag, 25. Mai, im Saal der Gaststätte Dorle Klein in der Altstadter Ortsstraße stattfindet. Über diese aktuell vielerorts diskutierte Problematik wird Siegfried Zwerenz Rede und Antwort stehen. Er ist Vorstandssprecher der "Bürgerwelle", des Dachverbandes der mehr als 1500 Bürgerinitiativen in Deutschland, die sich gegen die von Sendeanlagen ausgehenden Gefahren engagieren. Der Referent, der eigens aus Tirschenreuth in Franken zu diesem Vortrag anreist, war als Sachverständiger auch für den Deutschen Bundestag, für mehrere Parlamente in deutschen und österreichischen Bundesländern und viele andere Institutionen tätig. Der Vortrag findet vor dem Hintergrund statt, dass ein am Südhang des Altstadter Galgenbergs geplanter Mobilfunkmast bei zahlreichen Bürgern auf Widerstand stößt. Nachdem der Altstadter Ortsrat dem Mobilfunkbetreiber sowie einen Vertreter des Gesundheitsministerium zu Wort hatte kommen lassen, soll nunmehr auch die Gegenseite gehört werden. Veranstaltet wird der Info-Abend von Privatpersonen mit Unterstützung des Kirkeler Ortsverbandes der Grünen. Siegfried Zwerenz wird auch erläutern, welche Möglichkeiten es gibt, derartige Einrichtungen zu verhindern oder sie an anderen Stellen als den geplanten zu installieren. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Wer sich über die Gefahren des Mobilfunks informieren möchte, ist auf den Seiten von Bürgerwelle e.V. gut aufgehoben.